Orientalisches Tofu Scramble

Als ich noch ein kleiner Orientale war, liebte ich Rührei und bereitete es sehr oft zu Hause für mich zu. Noch lieber war mir aber Menemen, die türkische Version von Rührei mit grünen Paprika und Tomaten, manchmal sogar mit Käse überbacken. Ein kleiner fettiger Traum für mich damals. Als ich einige Jahre später begann vegan zu leben, entdeckte ich in amerikanischen Kochbüchern Tofu Scrambe und war erstaunt, dass man mit Tofu sogar Eier imitieren konnte.

Wenn es schnell gehen muss krümle ich festen Tofu in eine heisse Pfanne, brate es goldbraun an, würze es und fertig. Wenn ich aber etwas mehr Zeit habe koche ich mein „orientalisches Tofu Scramble“ und erinnere mich an die Zeit, als ich mit meinen Geschwistern dieses Gericht zu Hause bei meiner Mutter gegessen habe.

Im Foto unten fehlen die Tomaten, da sie im Moment keine Saison haben. Aber im Sommer sind sie ein wichtiger Bestandteil und ich erkläre im Rezept unten wie man es mit Tomaten zubereitet. Grundsätzlich kann mann dieses Rezept ganz einfach etwas abändern und zum Beispiel auch mit gebratenen Pilzen zubereiten, oder Kräuter wie Dill hinzugeben. Für den Ei-Geschmack benutze ich Kala Namak, das ist unraffiniertes, schwefelhaltiges Salz aus Indien mit dunkler Farbe. Das bekommt ihr im Reformhaus, Veganladen oder ganz günstig in indischen Lebensmittelgeschäften. Falls ihr Tofu Scrambles mögt auf jeden Fall eine Anschaffung wert!

Foto: Nora Dal Cero

Foto: Nora Dal Cero

Zutaten:

  • 200g fester Tofu
  • 250g Seidentofu
  • 1 grüne Spitzpaprika
  • 1 mittelgrosse Tomate
  • 1 Bundzwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • je 1/2 TL Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Kurkuma und Kala Namak (Schwarzes Salz)
  • 2 EL Edelhefe (aus dem Reformhaus)
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Olivenöl
  • Eine gute Handvoll Wilmersburger Pizzaschmelz „klassisch“
  • Beschichtete Pfanne mit passendem Deckel

Zubereitung:

  1. Als erstes die Spitzpaprika längs halbieren und in 1cm grosse Stücke schneiden. Die Tomate halbieren, aushölen und in 1cm grosse Würfel schneiden. (Das flüssige Innere der Tomate wird nicht gebraucht)
  2. In einer kleinen Schüssel den Seidentofu mit einer Gabel glatt rühren, Stückchen sind erlaubt also keine Sorge. Den Festen Tofu mit den Händen in die Schüssel zerkrümeln. Ich lasse die Stücke ziemlich gross (ca.2cm) aber ihr könnt den Tofu auch sehr fein zerkrümeln, so wie ihr mögt. Das Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Kurkuma, Kala Namak und Edelhefe hinzugeben und gut umrühren.
  3. In einer beschichteten Pfanne 1 EL Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen und die Spitzpaprika anbraten bis sie schön gebräunt aber noch knackig ist. Die Paprika wieder aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.
  4. Das restliche Öl erhitzen und die Tofumasse hineingeben. Die Hitze etwas erhöhen, so das die Masse etwas stärker zu köcheln beginnt. Nun ist es wichtig gut zu rühren, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Wenn die Tofumasse nach c.a. 10 bis 15min etwas eingekocht ist die Paprika, Tomaten und Bundzwiebel unterheben. Kurz kosten und je nach Bedarf salzen und pfeffern. Weitere 5 bis 10min weiterrühren, bis die Masse zu stocken beginnt. Die Menge wird sich etwa halbieren.
  5. Nun den Willmi gleichmässig auf dem Scramble verteilen und mit dem Deckel verschliessen. Nach c.a. 2-3min sollte der Käse schön geschmolzen sein. Pfanne von der Herdplatte nehmen, mit Petersilie und Pfeffer garnieren und sofort servieren…
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Foto: Nora Dal Cero

 

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Nordischer Kartoffelsalat

Liebe Alle! Ich bin zurück mit neuen Rezepten und Nora mit einer neuen Website!

Wir fangen mit einem nordischen Kartoffelsalat an. Ja auf dem Blog gibts schon zwei Rezepte für Kartoffelsalate aber dieser hier schmeckt anders, das heisst super…und er ist pink! Die Inspiration dafür hatte ich im neu eröffneten veganen Restaurant in Zürich namens Elle´n´Belle. Zwei sympatische Zürcherinnen mit türkischen Wurzeln haben all ihren Mut zusammengenommen und ihr eigenes Restaurant eröffnet. Der pinke Kartoffelsalat war Teil ihrer super leckeren (und reichhaltigen) Brunchplatte. Ich wusste, ich musste meine eigene Version kreieren, denn er erinnerte mich irgendwie an Labskaus, ein sehr unveganes Gericht aus dem Norden Deutschlands. Nicht dass ich es jemals probiert hätte, aber um meine schönen Erinnerungen an Hamburg wieder aufleben zu lassen, habe ich meine Version eines nordischen Kartoffelsalats kreiert, das wenigstens einige Zutaten mit Labskaus gemeinsam hat….haha.

Kartoffelsalat Pink

Foto: Nora Dal Cero

Zutaten:

  • 500g festkochende Kartoffeln
  • 100g gekochte rote Beete, fein gehackt
  • 1 Bundzwiebel, klein gehackt
  • 4 Mittelgrosse Essiggurken, in feine Scheiben geschnitten (am schönsten Diagonal)
  • 140g vegane Mayonnaise (ich benutze die ganze Packung Mandelmayonnaise von Soyananda)
  • 3 EL Apfelessig (oder weniger wenn ihr den Salat milder möchtet)
  • 1 EL Senf
  • Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

  1. Einen grossen Topf mit Wasser füllen und zum kochen bringen. Währenddessen die Kartoffeln schälen und in c.a. 2cm grosse Würfel schneiden. Ihr könnt auch Scheiben schneiden, wie ihr möchtet. Achtet einfach darauf dass sie alle ungefähr die gleiche Grösse haben. Die Kartoffeln in den Topf geben, zudecken und auf mittlerer Stufe kochen lassen. Sie sind gar wenn man mit einem Messer hinein sticht und sie leicht von der Klinge gleiten. Das dauert c.a. 20-35min. Wenn sie gar sind das Wasser abgiessen und die Kartoffeln in einer Schüssel ganz abkühlen lassen.
  2. Für die Sauce zuerst die flüssigen Zutaten vermengen und dann die Bundzwiebel, Essiggurken und die Rote Beete untermengen bis die Sauce schön pink und cremig ist. Falls die Sauce zu dickflüssig ist noch etwas Wasser hinzugeben (die Konsistenz kann je nach Mayo variieren).
  3. Nun die Kartoffeln unterheben und nach Geschmack salzen und Pfeffern. Am besten lässt man ihn noch eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen. Passt super zu grilliertem Gemüse oder einem gut marinierten Seitansteak!

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The Purple Burger

Wieder mal Lust auf einen Veggieburger – und das sofort? Dann ist das folgende Rezept perfekt , denn es ist einfach und geht ganz fix. Ausserdem schmeckt es besser als die meisten Veggieburger die man kaufen kann und das Rezept kann nach Geschmack modifiziert werden (gebt etwas klein geschnittene Paprika dazu, oder ersetzt den Veggie Chorizo durch geräucherten Tofu).

Das Problem von selbstgemachten Burgern ist, dass sie oft leicht zerfallen beim braten, deshalb habe ich hier Weizengluten verwendet das endlich auch in der Schweiz leicht zu bekommen ist! Ich habe den Burger ganz einfach mit etwas Senf und dem Zwiebel-Relish serviert, aber mit Avocado und Salsa Verde dürfte er auch sehr gut schmecken!

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Zutaten für 4 Burger:

  • 1 Dose Kidney-Bohnen, gut abgetropft
  • 1 rote Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 kleine Veggie Chorizo-Wurst (50g)
  • 1/2 Bund Koreander, fein gehackt (kann durch Petersilie ersetzt werden)
  • 1 grosse Handvoll Tortilla Chips
  • 1 EL Apfelessig
  • je ein halber TL gemahlender Kreuzkümmel und Koreander
  • 5 EL Weizengluten
  • 1 TL Salz oder mehr
  • Wasser nach bedarf
  • Olivenöl zum bestreichen
  • 4 Burger Brötchen

Zubereitung:

  1. Backofen auf 180 Grad vorheizen (Ober -und Unterhitze) und ein Backblech mit Backpapier belegen.
  2. In der Küchenmaschine die Bohnen mit dem Veggie Chorizo zu einer grobkörnigen Masse verarbeiten (sollte keine Paste werden!). Die Masse in eine Schüssel geben.
  3. Nun die Tortilla-Chips in der Küchenmaschine fein mahlen. Zu den Bohnen hinzugeben.
  4. Zur Bohnenmasse kommen ebenfalls die Zwiebeln, das Koreandergrün, Essig, die restlichen Gewürze und das Weizengluten. Alles gut vermengen. Wenn die Masse noch zu trocken ist, esslöffelweise Wasser hinzugeben und weiter kneten bis die Masse gut zusammenhält.
  5. Die Masse in vier Portionen teilen und Burger daraus formen. Auf das Backblech legen und die Burger auf beiden Seiten mit Olivenöl bestreichen.
  6. 30 min lang backen. Währenddessen die Burger Brötchen toasten und mit Senf bestreichen. Die Brötchen mit den Bohnenburgern belegen, darauf kommt dann noch das Zwiebel-Relish und fertig!
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Beurre Blanc végétalien

Ehrlich gesagt war ich nie ein grosser Saucen-Fan. Nicht weil ich Saucen grundsätzlich nicht mag, ich kam irgendwie nie auf die Idee mich tiefer mit ihnen und ihrer Zubereitung zu beschäftigen. Das hat sich im in letzter Zeit glücklicherweise geändert! Momentan experimentiere ich mit französischen Saucen herum und versuche vegane Versionen davon zu kreieren. Diese Sauce ist inspiriert von der Beurre Blanc, die hauptsächlich aus trockenem Wein und Butter besteht. In dieser Version werden Gemüse und Kräuter mit Wein eingekocht, das Ergebnis ist ein geschmacksintensives Konzentrat, dass durch die Margarine noch die gewünschte sähmigkeit erhält.Wer es etwas fettarmer möchte, kann die Margarine auch durch Hafersahne ersetzen.

Die Zubereitung nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, dafür hält sie sich gut verschlossen etwa zwei Wochen im Kühlschrank.

Die Beurre Blanc passt hervorragend zu grilliertem Gemüse oder Seitanschnitzel und war für mich eine willkommene Abwechslung zu Kapern-Mayonnaise und Kräuteröl in diesem Sommer, der leider viel zu spät begonnen hat:).

Die Sauce wird teils mit Maisstärke und mit Margarine gebunden. Aufgrund der Palmöl-Problematik stelle ich meine Margarine zur Zeit selbst her (ich habe nähmlich noch keine Margarine ohne Palmkernfett gefunden). Einen Guten Artikel dazu findet ihr auf englisch auf der VegNews-seite. Rezepte für hausgemachte Margarine ohne Palmöl findet ihr hier.

Foto: Nora DalCero (www.noradalcero.ch)

Foto: Nora DalCero (www.noradalcero.ch)

Zutaten:

  • 2 EL Olivenöl, extra vergine
  • 1 Blattstiel Stangensellerie, in 1cm dicke streifen geschnitten
  • 1 mittlere Zwiebel, grob gehackt
  • 1 Rüebli (Karotte), grob gehackt
  • 3 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 750m Chardonnay oder anderer trockener Weisswein (vegan natürlich)
  • 1 Zweig frischer Rosmarin
  • 1/2 Bund Petersilie, grob gehackt, Stiele inklusive
  • 2 Loorbeerblätter
  • 1 gehäufter TL Maisstärke
  • 2 EL Margarine, ungehärtet oder 3 EL Hafersahne
  • etwas Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. In einem tiefen Topf das Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen und den Sellerie, die Zwiebel, die Karotte und den Knoblauch ein paar Minuten anbraten bis das Gemüse weich ist.
  2. Mit dem Wein ablöschen und Rosmarin, Petersilie sowie Loorbeerblätter hinzugeben. Die Temperatur erhöhen und das ganze kurz zum kochen bringen. Dann die Sauce zugedeck auf niedriger Stufe eine Stunde lang köcheln lassen.
  3. Die Sauce ist nun schon etwas reduziert. Die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine kleine Schüsssel giessen und das Gemüse etwas ausdrücken. Die klare Sauce wieder zurück in den Topf geben und auf mittlerer Stufe weitere 15 min. einreduzieren.
  4. Die Maisstärke mit 1 EL Wasser glattrühren und zur kochenden Flüssigkeit hinzugeben, mit einem Schwingbesen gut rühren bis die Sauce etwas eindickt.
  5. Den Topf vom Herd nehmen und die Margarine/ Hafersahne hinzugeben. Weiterrühren bis die Margarine geschmolzen ist. Zum schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken…

Sauce

Zitronen-Joghurt Kuchen

Ok. Zitrone ist definitiv meine Lieblingsfrucht und neben dem Granatapfel ebenfalls Stellvertreterin der orientalischen Küche. Im Orient werden  Zitronen vor allem in salzigen Gerichten benutzt, als Frische- Kick oder Essigersatz in jeglichen Mezzevariationen. In der arabischen Küche ist sie in Salz eingelegt eine wichtige Geschmacksgeberin in Tajines (Schmorgerichten).

Heute gibt es aber ein süsses Gericht, genauer einen Kuchen für euch, den ich für ein paar Freundinnen gebacken habe, die letzte Woche zu einem Tee vorbeigekommen sind. Der kleine Kuchen (ich habe eine Springform von 20 cm Durchmesser benutzt) war eine gelungene Abwechslung, weil er aus zwei Komponenten besteht. Die Yoghurtcrème habe ich mit Agar-Agar gebunden (ein Geliermittel aus Algen), diese Zutat schreckt einige etwas ab, aber glaubt mir es ist sehr einfach damit zu arbeiten. Die Zubereitung von diesem Kuchen ist grundsätzlich ganz einfach, er muss einfach 3-4 Stunden im Kühlschrank stehen, damit die Yoghurtmasse fest wird. Also am besten am Morgen zubereiten und am Nachmittag geniessen…

Kuchen

Foto: Nora DalCero

Zutaten:

Für den Kuchen:

  • 2/3 Tasse brauner Zucker
  • 1/4 Tasse Sonnenblumenöl (neutrales Rapsöl geht auch)
  • 3 gehäufte EL Soyamargarine
  • 1/2 Tasse Soyamilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • Schale und Saft einer Zitrone
  • 1 1/3 Tasse Mehl
  • 2 TL Weinstein Backpulver
  • 1 Priese Salz

Für die Crème:

  • 2ooml Kokosmilch
  • 300g Zitronenyoghurt auf Soyabasis (ich habe Soyade benutzt)
  • 1 TL Agar-Agar

Zubereitung:

  1. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Springform einfetten.
  2. In einer grossen Schüssel Zucker, Öl und Margarine vermengen, bis eine gleichmässige Masse entsteht. Es gibt eine chemische Reaktion zwischen dem Öl und dem Zucker, wobei eine Caramell- ähnliche Masse entsteht.
  3. Dann die Zitronenschale und -saft, sowie Soyamilch dazugeben und gut vermengen.
  4. Eine Tasse Mehl mit dem Backpulver und dem Salz in ein Sieb geben und in die feuchte Masse sieben, alles gut vermengen. Das restliche Mehl ebenfalls dazugeben, bis eine cremige Masse entsteht. Die Konsistenz sollte wie ein Dicker Pudding sein.
  5. Die Masse in die Springform füllen und c.a. 35 min Backen. Der Kuchen sollte etwas aufgehen und die Oberfläche eine leichte Bräune bekommen. Wenn ihr nicht sicher seit, macht den Stichtest (mit einem Zahnstocher oder dünnem Messer in den Kuchen stechen, wenn nichts mehr am Zahnstocher/Messer klebt ist der Kuchen fertig gebacken). Herausnehmen und ganz abkühlen lassen, erst dann mit der Zubereitung der Zitronencrème beginnen.
  6. In einem Topf die Kokosmilch hineingiessen und das Agar-Agar darüber streuen. Erst jetzt den Topf erhitzen, die Masse sollte etwas köcheln aber nicht zu stark. Wenn sich auf der Oberfläche kleine Bläschen bilden ist das genau richtig. Nun die Masse gut umrühren und beiseite stellen, c.a. 15 min in einer seperaten Schüssel abkühlen lassen. Dann den Yoghurt hinzugeben und gut vermengen. Die flüssige Crème über den Kuchen in der Springform giessen, mit Alufolie abdecken und in den Kühlschrank stellen. Je nach Temperatur braucht die Crème 3 bis 4 Stunden um fest zu werden. Evt. könnte man den Kuchen auch in den Tiefkühler stellen um das ganze zu beschleunigen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert, also ohne Gewähr:-)

Tip: Für eine Springform mit 28cm Durchmesser die Menge der Zutaten einfach Verdoppeln. Plus: Meine Springform hat eine super Anti-Haft-Beschichtung, falls ihr nicht sowas zu Hause habt, den Rand der Form vorher mit etwas Öl bepinseln, damit die Crème nicht daran kleben bleibt.

Rote Bete mit Kräuteröl und Meerrettich-creme

So, ich weiss lang ists wieder her aber Nora und ich haben es wieder mal ins Studio geschafft um meine Rezepte in schönen Bildern festzuhalten. Zu Beginn des neuen Jahres präsentieren wir euch eine leichte Vorspeise (oder Teil einer Mezze-Tafel natürlich!).

Vielleicht habt ihr auch schon mal eine riesige Tüte Sonnenblumenkerne gekauft und euch gefragt was ihr damit anstellen sollt, ausser sie Tag ein Tag aus über  Salate zu streuen. Hier kommt die Lösung! Ich hatte schon länger vor aus Sonnenblumenkernen irgendeine Art Brotaufstrich zu zaubern, gleichzeitig konnte ich nirgends eine Meerrettich-creme ohne Milch finden. Ein Gedanke führte zum anderen, und raus kam diese Kreation, die hervorragend zu Roten Beten passt! Meine nächste Herausforderung heisst: Meerrettich-Pannacotta! …ich halte euch auf dem laufenden…

Randen

Bild: Nora Dalcero (www.noradalcero.ch)

Zutaten für 2 Personen:

Für die Rote Bete in Kräuteröl:

  • 2 gekochte Rote Bete, in Scheiben von c.a. 6-8mm geschnitten
  • 1 grosse Knoblauchzehe, in feine streifen geschnitten
  • reichlich Olivenöl
  • 2 TL Rosenpaprikaflocken (gibts beim Türken)
  • einen halben Bund Petersilie, fein gehackt
  • abgeriebene Schale einer halben Biozitrone
  • c.a. 1/2 kl Salz und etwas Pfeffer aus der Mühle

Für die Meerrettich-creme:

  • 1 Glas Sonnenblumenkerne, ungeröstet
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Glas Wasser
  • 1 EL Olivenöl
  • c.a. 2cm grosses Stück frischen Meerrettich, fein gerieben (z.B. mit einer Zitronenreibe)
  • weisser Pfeffer

Zubereitung:

  1. Wir beginnen mit der Meerrettich-creme: Die Sonnenblumenkernen zusammen mit dem Zitronensaft und einem kleinen Schuss Wasser in eine Küchenmaschine geben und pürieren. Die Maschine immer wieder anhalten um etwas mehr Wasser hinzuzugeben, dies solange wiederholen bis eine cremige Masse entsteht.
  2. Nun c.a. einen KL Meerrettich und das Salz zur Masse geben, nochmal die Maschine laufen lassen und probieren. Wenn euch der Geschmack noch nicht stark genug ist, noch mehr Meerrettich dazugeben. Masse nach eigenem Gusto mit Salz und weissem Pfeffer abschmecken und beiseite stellen.
  3. Reichlich Olivenöl in einer Pfanne (ich nehme eine 1/2 Tasse) auf mittlerer Stufe erhitzen, den Knoblauch dazugeben und 1 min. garen. Achtung, das Öl darf nicht zu heiss sein, sonst verbrennt der Knoblauch und schmeckt bitter. Die Pfanne von der Hitze nehmen und die restlichen Zutaten dazugeben. Nun die Rote Bete Scheiben in der Pfanne kurz durchschwenken, gut Salzen und auf einem Teller entweder wie einen Fächer drappieren oder wie auf dem Bild auftürmen. Mit dem restlichen Kräuteröl beträufeln und der Meerrettich-creme garnieren.

Schokosplitter Cookies

Liebe Leute, da der Sommer dieses Jahr nicht wirklich hier war, fängt bei mir das Backen schon früher an, also jetzt. Deshalb gibts heute ein leckeres Cookie Rezept, das auch zum experimentieren einläd! Ich habe mich hier für Schokosplitter und etwas Vanille entschieden. Ihr könnt aber auch Nüsse, getrocknete Früchte oder Gewürze wie Zimt oder Kardamom dazugeben. Ganz gut schmekt es mit etwas Orangenschale im Teig..Seid kreativ!

p.s. wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, bin ich nicht der Messbecher/Waage Typ. Als Masseinheit nehme ich eine reguläre Kaffeetasse (2dl). Wenn eure Tasse etwas kleiner oder grösser ist macht das keinen grossen Unterschied…

Zutaten:

  • 3/4 Tasse sehr feiner brauner Zucker
  • 50g Margarine (Soyamargarine schmeckt super, aber hauptsache ungehärtet), Zimmertemperatur
  • 1/3 Tasse Sonnenblumen oder Rapsöl
  • 1/4 Tasse Soya oder Mandelmilch, evt. etwas mehr
  • 2 EL Maisstärke
  • 2 Vanilleschoten, längs halbiert und das Innere herausgekratzt
  • 1, 5 Tassen Mehl
  • 1 TL Natron (Baking Soda)
  • 1/2 TL Salz
  • 3/4 Tasse Schoko chips oder Lieblingsschokolade klein gehackt

Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 180º vorheizen, Backblech entweder gut mit Öl einfetten oder mit Backpapier auslegen (ich empfehle letzteres).
  2. In einer Schüssel Zucker, Vanille, Margarine, Öl,  Soyamilch und Maisstärke gut vermengen bis die Masse gleichmässig ist, das dauert etwa 2 min. (Hier findet eine chemische Reaktion statt zwischen dem Öl und dem Zucker, also kräftig rühren).
  3. In einer separaten Schüssel das Mehl mit dem Salz und dem Natron gut vermengen. 1 Tasse mehl zur  Zuckermasse geben und gut mit den Händen durchkneten. Falls der Teig schon vollkommen trocken ist, noch etwas Soyamilch dazugeben. Dann das restliche Mehl und die Schokosplitter dazugeben und weiterkneten bis alles gut durchmischt ist. Der Teig sollte etwas zäh sein.
  4. Nun die Masse zu Bällen formen und auf einer Handfläche flachdrücken, sie sollten eine Durchmesser von c.a. 6 cm haben. Kekse auf das Backblech mit 2 cm Abstand legen, sie werden beim backen nur leicht auseinander gehen. Sehr wahrscheinlich werden nicht alle Kekse auf einem Blech platz haben, also mit zwei Backrunden rechnen:).
  5. Auf mittlerer Schiene 7 bis höchstens 8 min backen, bis die Ränder leicht gebräunt sind. Nicht länger, sonst werden sie steinhart! Nach dem backen 5 min. auf dem Backblech lassen und dann auf ein Kühlgitter transferieren.

Bilder: Noradalcero.ch

Zigaretten-Börek (Sιgara böregi)

Liebe Leute, ich hatte euch ja versprochen, dass noch ein Rezept folgen wird wo der Cashewkäse (die feste, krümelige Version) verwendet wird..und nu…hier ist es! Zigarettenbörek könnte einigen schon ein Begriff sein. Eigentlich die einfachste Form von Börek, schnell gemacht und sehr lecker!

Zutaten:

  • Eine Packung Börekteigblätter, die sind dreieckig in der Form (gibts beim Türken)
  • Eine Portion Cashewkäse  (die feste, Fetakäseartige Version), mit einer Gabel grob zerdrückt
  • Ein kleiner Bund glatte Petersile, fein gehackt
  • Ein kleiner Bund Dill, fein gehackt
  • Ein kleiner Bund Pfefferminze (optional), fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 TL Paprikaflocken oder normales Paprikapulver (schaut beim Türken nach Pulbiber)
  • 3 EL Naturesoyayoghurt
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle und Salz
  • reichlich Sonnenblumenöl zum frittieren

Zubereitung:

  1. In einer Schüssel den zerkrümelten Cashewkäse mit den Kräutern, Knoblauch, Joghurt, Pfeffer und wenig Salz vermengen. Probiert ob die Masse genug salzig ist, es darf gern etwas salziger als sonst sein, da der Teig oft serh fade ist. Ein Schälchen mit Wasser bereitstellen.
  2. Die Börekteige aus der Packung nehmen und eines davon mit der breiten Seite nach unten auf eine saubere Oberfläche legen. Die restlichen Teige mit einem feuchten Geschirrtuch umwickeln, da sie schnell austrocknen.
  3. Je 2 EL Füllung auf das untere Ende des Teiges geben, die Seiten etwas einklappen und aufrollen. Das Ende mit etwas Wasser aus dem Schälchen befeuchten und versiegeln. Mit den restlichen Teigblättern ebenso verfahren. Hier gibt es noch eine schöne bebilderte Anleitung dazu.
  4. In einer Pfanne reichlich Sonnenblumenöl erhitzen und die Zigarettenbörek fritieren bis sie goldbraun sind. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen und warm servieren…

Salsa Verde mit Kürbiskernen

Ich hoffe, ihr teilt meine ungeheure Begeisterung für die südamerikanische Küche. Los dos amigos (Bohnen und Reis), Tortillas, Pupusas, Tamales, Burritos..ich liebe sie alle und seit ich das Kochbuch von Terry Hope Romero „Viva Vegan“ erstanden habe, konnte ich noch viele weitere Originalrezepte kennen und lieben lernen. Salsas spielen hier natürlich eine wichtige Rolle und ich bereite sie auch leiber selber zu, weil es einfach besser schmeckt und ich so auch genau weiss, was drin ist. Dieses Rezept ist eine kleine Abwandlung von der typischen Salsa Verde. Ich gebe hier noch geröstete Kürbiskerne dazu, dies verleiht der Salsa mehr Struktur und rundet den Geschmack perfekt ab. Die Zutaten inklusive der Kürbiskerne werden geröstet, so bekommt die Salsa eine etwas rauchige Note. Das Ergebnis wird euch bestimmt begeistern! Passt zu jedem südamerikanischen Gericht aber auch zu Tofu (wie im Bild) und sogar auf Pasta…

Note: Jalapeños gibts beim Mexikaner, oft aber auch im Supermarkt. Die Tomatillos (grüne Tomaten) kriegt man meist nur in mexikanischen Lebensmittelhändlern, manchmal gibt es sie aber auch in türkischen oder indischen Lebensmittelgeschäften zu kaufen.

Quelle: noradalcero.ch

Foto: Noradalcero.ch

Zutaten:

  • 500g frische Tomatillos (oder aus der Dose)
  • 3 Jalapeños ,  Halbiert, Samen und Stiele entfernt
  • 4 Knoblauchzehen, geschält
  • 1 kleine Zwiebel, halbiert
  • 2 Frühlingszwiebeln, grüne und weisse Teile getrennt
  • 1/2 Bund Koreander, fein gehackt
  • Salz
  • evt. etwas Wasser
  • 4 EL Kürbiskerne geröstet und grob gemahlen

Zubereitung:

  1. Backofen auf 250º vorheizen
  2. Tomatillos von den feinen Schalen (falls die noch dran sind) befreien und gründlich waschen und halbieren.  Mit der Schnittseite nach unten auf eine Feuerfeste Form legen und im Backofen rösten, bis sie kleine, dunkle Flecken bekommen. Das dauert etwa 6 – 8 min. Die kleineren Tomatillos sind oft schon nach 6 min. gar, die solltet ihr schon vorher aus dem Backofen holen. Alles in eine Schüssel geben und abkühlen lassen.
  3. In der gleichen Form die weissen Teile der Frühlingszwiebeln, normale Zwiebel, Knoblauch und Jalapeños verteilen und ebenfalls rösten. Dies dauert etwa 4 min. Das Gemüse sollte auch leichte dunkle Flecken bekommen. Wenn sie fertig sind, ebenfalls in die Schüssel mit den Tomatillos geben und etwas abkühlen lassen.
  4. In der Zwischenzeit könntet ihr die Kürbiskerne in der Pfanne rösten und in der Küchenmaschine grob mahlen.
  5. Die Tomatillomischung mit die grünen Teile der Frühlingszwiebel entweder in der Küchenmaschine oder mit dem Stabmixer fein zerkleinern (je nach gusto sehr fein oder grob). Das ganze nun in eine Schüssel füllen und den gehackten Koreander sowie die Kürbiskerne untermengen. Zum schluss nach Geschmack salzen. Falls euch die Sauce zu dickflüssig  ist mit etwas Wasser verdünnen.

Note: Wenn ihr nur Tomatillos in der Dose auftreiben könnt, Schritt 1 auslassen und die Tomatillos mit dem gerösteten Gemüse zerkleinern und die anderen Zutaten zugeben. Falls es zu dickflüssig wird, mit dem Einlegwasser aus der Dose verdünnen..

Ich experimentiere zur Zeit viel mit pflanzlichen Käserezepten herum, da mir die Produkte im Reformhaus nicht wirklich gut schmecken und oft auch zu teuer sind. Vor einiger Zeit habe ich das Rezept für Cashew-Käse auf der Seite der VegetarianTimes entdeckt, nachgekocht und war begeistert! Geschmacklich erinnert es an Schafskäse und die Konsistenz kann je nach Backzeit variiert werden. Den Käse kann man in Stücke schneiden, er ist aber ebenfalls streichbar. Auf jeden Fall ein Rezept mit dem ihr Eindruck schinden könnt! Ich verwende den Käse oft als Feta-Ersatz, hierfür fülle ich die Masse einfach in Muffinförmchen und backe sie etwas länger damit sie eine festere und krümelige Konsistenz erhät. Eine genauere Anleitung findet ihr weiter unten…

P.s. Ich habe das Rezept Mengenmässig etwas modifiziert, hier ist der Link zum Originalrezept.

Bild: Nora DalCero (www.noradalcero.ch)

Zutaten:

  • 100g Cashews, am Vortag in Wasser eingeweicht
  • 6 EL Rapsöl
  • 1 EL Tahini (Sesammuss, im Reformhaus oder beim Türken)
  • 1 1/4 TL Salz
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Käsetuch

Zubereitung:

  1. Das Einweichwasser der Cashews wegschütten und die Nüsse kurz abspülen. Alle Zutaten (ausser dem Käsetuch..) in eine Küchenmaschine geben und mixen bis eine gleichmässige, cremige Masse entsteht. Dies dürfte je nach Küchenmaschine einige Minuten dauern.
  2. In ein Sieb 2-3 Lagen vom Käsetuch hineinlegen und die Masse hineingeben. Die Enden des Tuches zusammenknoten, das Sieb in eine kleine Schüssel stellen und c.a. 12 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. Dies sorgt für einen intensiveren, käsigen Geschmack.
  3. Am nächsten Tag den Backofen auf 150 ° vorheizen, das Bachblech mit Backpapier auslegen.
  4. Das Käsetuch aus dem Sieb herausnehmen, die Enden des Tuches öffnen und die Masse (auf dem Käsetuch) zu einer länglichen Form bringen. Am besten die Hände etwas anfeuchten. Dann mit dem Käsetuch verschliessen, die Enden etwas verdrehen damit der Käse in Form bleibt.
  5. Den Käse auf das Backbech legen und 20 min. backen, einmal umdrehen und für weitere 20 min. backen.
  6. Käse im Tuch abkühlen lassen, dann aus dem Käsetuch lösen und in Pfefferkörnern oder Dill wenden und servieren.

Fetavariation:

Ich gebe zu, die Präparation von diesem Käse ist etwas aufwendig, aber es lohnt sich! Trotzdem gibt es noch eine schnellere Version mit dem ihr eine Art Feta-Käse bekommt:

  1. 150g Cashews einweichen. Der Rest der Zutaten bleibt gleich. Alles in der Küchenmaschine mixen.
  2. Den Ofen auf 150° vorheizen. Ein Muffinblech mit 6 Papierförmchen auslegen und die Masse auf die Förmchen verteilen. Das Blech mit Alufolie bedecken und c.a. 35 min. backen. Die Alufolie entfernen, die „Törtchen“ sollten leicht goldbraun sein. Abkühlen lassen und weiterverwenden (ein Rezept mit Feta-Cashewkäse folgt noch..).

Beide Käsesorten halten sich Luftdicht verpackt 5 Tage im Kühlschrank.

Cashew – Käse

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