Archiv der Kategorie: Brunch

Orientalisches Tofu Scramble

Als ich noch ein kleiner Orientale war, liebte ich Rührei und bereitete es sehr oft zu Hause für mich zu. Noch lieber war mir aber Menemen, die türkische Version von Rührei mit grünen Paprika und Tomaten, manchmal sogar mit Käse überbacken. Ein kleiner fettiger Traum für mich damals. Als ich einige Jahre später begann vegan zu leben, entdeckte ich in amerikanischen Kochbüchern Tofu Scrambe und war erstaunt, dass man mit Tofu sogar Eier imitieren konnte.

Wenn es schnell gehen muss krümle ich festen Tofu in eine heisse Pfanne, brate es goldbraun an, würze es und fertig. Wenn ich aber etwas mehr Zeit habe koche ich mein „orientalisches Tofu Scramble“ und erinnere mich an die Zeit, als ich mit meinen Geschwistern dieses Gericht zu Hause bei meiner Mutter gegessen habe.

Im Foto unten fehlen die Tomaten, da sie im Moment keine Saison haben. Aber im Sommer sind sie ein wichtiger Bestandteil und ich erkläre im Rezept unten wie man es mit Tomaten zubereitet. Grundsätzlich kann mann dieses Rezept ganz einfach etwas abändern und zum Beispiel auch mit gebratenen Pilzen zubereiten, oder Kräuter wie Dill hinzugeben. Für den Ei-Geschmack benutze ich Kala Namak, das ist unraffiniertes, schwefelhaltiges Salz aus Indien mit dunkler Farbe. Das bekommt ihr im Reformhaus, Veganladen oder ganz günstig in indischen Lebensmittelgeschäften. Falls ihr Tofu Scrambles mögt auf jeden Fall eine Anschaffung wert!

Foto: Nora Dal Cero

Foto: Nora Dal Cero

Zutaten:

  • 200g fester Tofu
  • 250g Seidentofu
  • 1 grüne Spitzpaprika
  • 1 mittelgrosse Tomate
  • 1 Bundzwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • je 1/2 TL Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Kurkuma und Kala Namak (Schwarzes Salz)
  • 2 EL Edelhefe (aus dem Reformhaus)
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Olivenöl
  • Eine gute Handvoll Wilmersburger Pizzaschmelz „klassisch“
  • Beschichtete Pfanne mit passendem Deckel

Zubereitung:

  1. Als erstes die Spitzpaprika längs halbieren und in 1cm grosse Stücke schneiden. Die Tomate halbieren, aushölen und in 1cm grosse Würfel schneiden. (Das flüssige Innere der Tomate wird nicht gebraucht)
  2. In einer kleinen Schüssel den Seidentofu mit einer Gabel glatt rühren, Stückchen sind erlaubt also keine Sorge. Den Festen Tofu mit den Händen in die Schüssel zerkrümeln. Ich lasse die Stücke ziemlich gross (ca.2cm) aber ihr könnt den Tofu auch sehr fein zerkrümeln, so wie ihr mögt. Das Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Kurkuma, Kala Namak und Edelhefe hinzugeben und gut umrühren.
  3. In einer beschichteten Pfanne 1 EL Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen und die Spitzpaprika anbraten bis sie schön gebräunt aber noch knackig ist. Die Paprika wieder aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.
  4. Das restliche Öl erhitzen und die Tofumasse hineingeben. Die Hitze etwas erhöhen, so das die Masse etwas stärker zu köcheln beginnt. Nun ist es wichtig gut zu rühren, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Wenn die Tofumasse nach c.a. 10 bis 15min etwas eingekocht ist die Paprika, Tomaten und Bundzwiebel unterheben. Kurz kosten und je nach Bedarf salzen und pfeffern. Weitere 5 bis 10min weiterrühren, bis die Masse zu stocken beginnt. Die Menge wird sich etwa halbieren.
  5. Nun den Willmi gleichmässig auf dem Scramble verteilen und mit dem Deckel verschliessen. Nach c.a. 2-3min sollte der Käse schön geschmolzen sein. Pfanne von der Herdplatte nehmen, mit Petersilie und Pfeffer garnieren und sofort servieren…
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Foto: Nora Dal Cero

 

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Zigaretten-Börek (Sιgara böregi)

Liebe Leute, ich hatte euch ja versprochen, dass noch ein Rezept folgen wird wo der Cashewkäse (die feste, krümelige Version) verwendet wird..und nu…hier ist es! Zigarettenbörek könnte einigen schon ein Begriff sein. Eigentlich die einfachste Form von Börek, schnell gemacht und sehr lecker!

Zutaten:

  • Eine Packung Börekteigblätter, die sind dreieckig in der Form (gibts beim Türken)
  • Eine Portion Cashewkäse  (die feste, Fetakäseartige Version), mit einer Gabel grob zerdrückt
  • Ein kleiner Bund glatte Petersile, fein gehackt
  • Ein kleiner Bund Dill, fein gehackt
  • Ein kleiner Bund Pfefferminze (optional), fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 TL Paprikaflocken oder normales Paprikapulver (schaut beim Türken nach Pulbiber)
  • 3 EL Naturesoyayoghurt
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle und Salz
  • reichlich Sonnenblumenöl zum frittieren

Zubereitung:

  1. In einer Schüssel den zerkrümelten Cashewkäse mit den Kräutern, Knoblauch, Joghurt, Pfeffer und wenig Salz vermengen. Probiert ob die Masse genug salzig ist, es darf gern etwas salziger als sonst sein, da der Teig oft serh fade ist. Ein Schälchen mit Wasser bereitstellen.
  2. Die Börekteige aus der Packung nehmen und eines davon mit der breiten Seite nach unten auf eine saubere Oberfläche legen. Die restlichen Teige mit einem feuchten Geschirrtuch umwickeln, da sie schnell austrocknen.
  3. Je 2 EL Füllung auf das untere Ende des Teiges geben, die Seiten etwas einklappen und aufrollen. Das Ende mit etwas Wasser aus dem Schälchen befeuchten und versiegeln. Mit den restlichen Teigblättern ebenso verfahren. Hier gibt es noch eine schöne bebilderte Anleitung dazu.
  4. In einer Pfanne reichlich Sonnenblumenöl erhitzen und die Zigarettenbörek fritieren bis sie goldbraun sind. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen und warm servieren…

Ich experimentiere zur Zeit viel mit pflanzlichen Käserezepten herum, da mir die Produkte im Reformhaus nicht wirklich gut schmecken und oft auch zu teuer sind. Vor einiger Zeit habe ich das Rezept für Cashew-Käse auf der Seite der VegetarianTimes entdeckt, nachgekocht und war begeistert! Geschmacklich erinnert es an Schafskäse und die Konsistenz kann je nach Backzeit variiert werden. Den Käse kann man in Stücke schneiden, er ist aber ebenfalls streichbar. Auf jeden Fall ein Rezept mit dem ihr Eindruck schinden könnt! Ich verwende den Käse oft als Feta-Ersatz, hierfür fülle ich die Masse einfach in Muffinförmchen und backe sie etwas länger damit sie eine festere und krümelige Konsistenz erhät. Eine genauere Anleitung findet ihr weiter unten…

P.s. Ich habe das Rezept Mengenmässig etwas modifiziert, hier ist der Link zum Originalrezept.

Bild: Nora DalCero (www.noradalcero.ch)

Zutaten:

  • 100g Cashews, am Vortag in Wasser eingeweicht
  • 6 EL Rapsöl
  • 1 EL Tahini (Sesammuss, im Reformhaus oder beim Türken)
  • 1 1/4 TL Salz
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Käsetuch

Zubereitung:

  1. Das Einweichwasser der Cashews wegschütten und die Nüsse kurz abspülen. Alle Zutaten (ausser dem Käsetuch..) in eine Küchenmaschine geben und mixen bis eine gleichmässige, cremige Masse entsteht. Dies dürfte je nach Küchenmaschine einige Minuten dauern.
  2. In ein Sieb 2-3 Lagen vom Käsetuch hineinlegen und die Masse hineingeben. Die Enden des Tuches zusammenknoten, das Sieb in eine kleine Schüssel stellen und c.a. 12 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. Dies sorgt für einen intensiveren, käsigen Geschmack.
  3. Am nächsten Tag den Backofen auf 150 ° vorheizen, das Bachblech mit Backpapier auslegen.
  4. Das Käsetuch aus dem Sieb herausnehmen, die Enden des Tuches öffnen und die Masse (auf dem Käsetuch) zu einer länglichen Form bringen. Am besten die Hände etwas anfeuchten. Dann mit dem Käsetuch verschliessen, die Enden etwas verdrehen damit der Käse in Form bleibt.
  5. Den Käse auf das Backbech legen und 20 min. backen, einmal umdrehen und für weitere 20 min. backen.
  6. Käse im Tuch abkühlen lassen, dann aus dem Käsetuch lösen und in Pfefferkörnern oder Dill wenden und servieren.

Fetavariation:

Ich gebe zu, die Präparation von diesem Käse ist etwas aufwendig, aber es lohnt sich! Trotzdem gibt es noch eine schnellere Version mit dem ihr eine Art Feta-Käse bekommt:

  1. 150g Cashews einweichen. Der Rest der Zutaten bleibt gleich. Alles in der Küchenmaschine mixen.
  2. Den Ofen auf 150° vorheizen. Ein Muffinblech mit 6 Papierförmchen auslegen und die Masse auf die Förmchen verteilen. Das Blech mit Alufolie bedecken und c.a. 35 min. backen. Die Alufolie entfernen, die „Törtchen“ sollten leicht goldbraun sein. Abkühlen lassen und weiterverwenden (ein Rezept mit Feta-Cashewkäse folgt noch..).

Beide Käsesorten halten sich Luftdicht verpackt 5 Tage im Kühlschrank.

Cashew – Käse